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Früher trug man statt Krawatten Tücher

Die ersten Krawatten wurden bereits vor mehreren hundert Jahren getragen und werden seither äußerst häufig mit Tüchern kombiniert.  Diese Halsbinden und Tücher zu tragen ist bei zahlreichen Männern äußerst beliebt.   Seit dem Jahre 1663 haben sich Krawatten und Tücher auf der ganzen Welt verbreitet. Grund dafür ist eine Militärparade, die für König Ludwig XIV vor dem Schloss Versailles abgehalten wurde. Ein kroatisches Reiterregiment, das an der Parade teilnahm, zog alle Blicke auf sich, da die Reiter mit einem Stück Stoff am Kragen ausgestattet waren, das über die Brust hing.  Der Kleidungsstil der Kroaten wurde von Ludwig XIV sehr geschätzt und aus diesem Grund wurden Krawatten und Tücher von nun an im Adelsgeschlecht getragen. Daher leitet sich das Wort „Krawatte“ sprachgeschichtlich vom Wort „Kroate“ ab.  Die Geschichte von der Truppenübung ist zwar nett, allerdings wahrscheinlich bildet sie nicht ganz den Ursprung der Krawatten und Tücher. Auf Abbildungen des Dreißigjährigen Krieges werden schon deutsche und französische Soldaten mit dem Halsschmuck dargestellt.

Der Vorläufer der Krawatte war ein Tuch, das als Halsbinde bezeichnet wurde.  Im 17. Jahrhundert sah man die Halsbinden und Tücher eigentlich nur bei der Kleidung der Aristokraten. Vor allem Künstler und Freigeister verwahrten sich demonstrativ gegen dem Modetrend. Als die französische Revolution stattfand, wurden Krawatten und Tücher zu politischen Symbolen.  Sie dienten auch zur Erkennung des Standes. Der Adel trug weiße Seidenschlipse und Proletarier waren mit bunten Baumwolltüchern ausgestattet.  Einzigartige Berühmtheit erlangte die Stadt Krefeld am Niederrhein. Dort wurden Krawatten und Tuch aus exklusiven Seidenstoffen produziert. Von Krefeld aus entstand die gesamte Krawattenindustrie, die wir heute kennen. Die Stadt ist noch immer stark im Geschäft vertreten und produziert 80 Prozent aller Schlipse und Tücher in Deutschland. In Krefeld findet auch die jährliche Wahl des Krawattenmannes des Jahres statt.   Geehrt wird dabei eine Person, die den Schlips stilvoll in Szene setzt und dadurch ebenfalls für die weitere Verbreitung sorgt.

Im Jahre 1920 wurde die Herstellung der Krawatten durch einen New Yorker Schneider namens Jesse Langsdorf revolutioniert.  Von nun an wurde der Stoff bei sämtlichen Krawatten auf der Welt nur mehr diagonal zur Webrichtung verarbeitet. Der Zug wurde dadurch vom Seidenstoff besser aufgenommen.  Ein Großteil der Krawatten und Tücher wird aus feinem Seidenstoff hergestellt.  Die qualitativ hochwertigen Schlipse werden selbst innen mit einem Seidenfutter ausgefüllt. Dadurch kommt es zu einer leichten Polsterfüllung, was dazu führt, dass der Seidenstoff außen geglättet wird.  Damit die Krawatten und Tücher ebenfalls eine lange Lebensdauer haben, sollte man sehr behutsam mit den Seidenstücken umgehen.  Eine Regel besagt, dass man jeden Schlips immer neu binden muss und den Knoten nie zu lange gebunden lässt. Nach dem Tragen muss dieser sofort gelockert beziehungsweise geöffnet werden, damit der Stoff wieder glatt werden kann.

Eine weitere Regel besagt, dass Schlips und Tuch niemals in der Maschine gewaschen werden dürfen. Wenn die Krawatten und Tücher allerdings doch irgendwann einen Schmutzfleck abbekommen, muss man bei der Reinigung der Seide sehr behutsam und sorgfältig sein. Man sollte die dreckigen Stellen mit einem weichen Schwamm und mit lauwarmem Seifenwasser behandeln. Zum Abschluss soll gesagt werden, dass Krawatten und Tücher nie fehl am Platz sind und dass man als Mann, sowohl bei geschäftlichen als auch bei privaten Veranstaltungen, stets ein paar positive Blicke auf sich ziehen wird.

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